FOTOGRAFIE Carsten Klein | art


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sublim Pressestimmen

„Eigentlich sind es Orte, an denen man achtlos vorbeigeht oder -fährt. Parkdecks, Hinterhöfe, Industriehallen. Aber Carsten Klein, der sich auf Otto Steinert bezieht, hat ihnen in seinen Fotografien eine eigene, manchmal seltsame, manchmal Aura verliehen. Er hat sie - in Anlehnung an den Philosophen Kant - zu „erhabenen Orten“ gemacht. Das klingt abgehoben, ist es aber letztlich nicht. Der Mann reflektiert einfach, was er tut - und die Ergebnisse sind verblüffend. aber auch das ist Methode. Vertrautes erscheint auf einmal in einem anderen Licht.
Nehmen wir ein Beispiel: ein Parkdeck des Einkaufszentrums Centro in Oberhausen. Klein hat es, wie bei allen Aufnahmen, in der Nacht fotografiert. Die Vorgehensweise dabei nennt er selbst Lichtmalerei: er arbeitet mit langen Belichtungszeiten, die durch Restlicht (zum Beispiel von Laternen) unterstützt werden, und blitzt in die Belichtungszeit hinein, was mitunter unheimliche Effekte bewirkt. Das Bild des Parkdecks hat etwas von einer Seelandschaft. Die Parkstreifen verschwimmen, der Boden wirkt wie Sand und hinten taucht - je nach Betrachtungsweise - ein Wal oder eine Düne auf, was in Wirklichkeit ein riesiges Veranstaltungszelt ist, in dem unter anderem Tabaluga gespielt wurde. Sehr sehenswert.“ /NRZ, Christof Wolf/

„... Das Verborgene sichtbar machen und das Banale in Sublimes zu verwandeln - darum geht es Klein. Es gelingen ihm magische Bilder, die die Architektur betonen, hervorheben, mit Farben verstärken und in einem völlig neuen Licht erscheinen lassen. Bilder, die eine Mischung aus Realität und Irrealität sind, die an der Schnittstelle zwischen Wirklichkeitswahrnehmung und Einbildung liegen. Bilder, in denen durch die Verfremdung eine irritierende Stimmung mitschwingt. Bilder, die menschenleer sind und dennoch oder gerade deswegen eine starke Energie innehaben. Es ist eine sensible Sprache, die Klein spricht. ...“ /Designers Digest - the Artwork Magazin, Britta Rohlfing/

„Durch raffinierte Lichtdramaturgie verwandelt Carsten Klein farblose Industriearchitekturen in majestätische Palais und Kathedralen.“ /General-Anzeiger, Christina zu Mecklenburg/

„...fotografisch anspruchsvolle „Lichtmalereien“ des Esseners Carsten Klein.“ /MZ - Mitteldeutsche Zeitung, Dr. Günter Kowa, Kunst- und Architekturkritiker/

 

Die Arbeit „sublim“ wurde mit dem 2. Kunstpreis der Großen Kunstausstellung 2003, Villa Kobe, Halle/Saale ausgezeichnet. Bilder der Serie befinden sich in öffentlichen und privaten Sammlungen im In- und Ausland, u.a. Landesvertretung NRW beim Bund in Berlin und Herbert Knebel alias Uwe Lyco.


sublim – Nachtaufnahmen im Ruhrgebiet, Verschiebung der Wahrnehmung durch die Dunkelheit und das künstliche Licht

Fotografie in ihrem wahren Sinn verstehen als Lichtmalerei. Die Nacht im Ruhrgebiet läßt unsere vertraute Umgebung im wahrsten Sinne des Wortes in einem anderen Licht erscheinen.
Es ist nicht immer einfach in einem dicht besiedelten, urbanen Raum das Spannungsfeld zwischen Licht und Dunkelheit so aufzubauen, dass eine zunehmende Lösung vom Vorhandenen entsteht.
Die Nacht bot mir die Gelegenheit das vorhandene und das mitgeführte, künstliche Licht so einzusetzen, dass eine Irritation beim Betrachter hervorgerufen wird, der im ersten Moment nach der vertrauten, abbildhaften Funktion der Fotografie sucht.
Nachts ist alles anders. Wenn es draußen dunkel wird, hört die sichtbare Welt auf zu existieren. Die Grenze zwischen Realität und Fiktion verschwindet. So ist die Nacht vor allem die Schnittstelle zwischen Wirklichkeitswahrnehmung und Einbildung. Die Imaginationskraft ist bei weitem stärker in der Nacht als am Tag. Es entstehen Bilder in der Phantasie, sie reihen sich aneinander, überlagern, vermischen sich und verschwinden. Die Assoziationskraft ist vielmehr angeregt. Die Sinne sind angespannter, aufmerksamer.

Meine Intention jedoch emotional aus der Anschauung zu arbeiten ist die Sichtweise so zu modifizieren, dass eine Raumillusion entsteht. D.h. der Kontext unseres Wissens, durch das wir geprägt sind, muß soweit ausgeschaltet werden, daß neue Assoziationen möglich werden.
Als Anregung galten hierfür die abstrakten Expressionisten, wie Mark Rothko und Barnett Newman, die die Idee des Sublimen aus der Ästhetiklehre aufgegriffen haben. Darin steht das Sublime, im Sinne vom Erhabenen, neben dem Schönen. Es entsteht aus der reinen Vorstellungskraft heraus und führt über das die Sinne Ansprechende, also dem Schönen verpflichtete, zu neuen Vorstellungen und Imaginationen.

Die Bilder der Arbeit sind alle analog in der Großformatkameratechnik entstanden und wurden nicht am Rechner nachgearbeitet.

The sublime

And they say all cats are grey in the night! Carsten Klein makes the invisible visible.Carsten Klein uses the night to really brighten up his pictures. His project in Essen, was made up of a series of night shots taken in the Ruhrgebiet, in the images, reality is manipulated with artificial light. The photographer paints his pictures according to ideas already composed in his mind. With long exposures, certain areas of the motif are shot with color flashes one after the other. For the photographer the color is a means for composition. It accentuates and transforms the motif. Carsten Klein takes advantages of photographers two dimensionality. He builds up the image with graphic structuring and contrasting colors.. For him it`s a question of making the invisible visible, of transforming the banal into the sublime. He produces magical images that emphasize architecture, strengthening it with colors and allowing it to appear in a completely new light. The images are a combination of reality and irreality. Lying on the border line between true perception and imagination; they produce a feeling of irritation at times because of their alienation. They are devoid of any people; but this is precisely what gives them such energy. Klein speaks with sensitive imagery. This is also apparent in his landscape series. The pictures are quiet, with great power, their silence are convincing.

   


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