FOTOGRAFIE Carsten Klein | art


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das stille Bild | Seestücke Pressestimmen

„...Fotografie auf den Pfaden der Malerei in Carsten Kleins „Stillen Bildern“, die man als Strandlandschaften erst gar nicht erkennt.“ /MZ - Mitteldeutsche Zeitung, Dr. Günter Kowa, Kunstkritiker/

 

Die Arbeit „Seestücke“ wurde mit dem 1. Kunstpreis der Großen Kunstausstellung 2008, Villa Kobe, Halle/Saale ausgezeichnet.


das stille Bild – Seestücke, Schneeland, Sahara

Der analytische Blick erkennt die wesentlichen Elemente in der Gestalt der Landschaft und fügt sie zu einer neuen, universellen Landschaft zusammen. Der Blickwinkel verkürzt die Perspektive, die Stimmung in der Farbigkeit wird selektiv gewählt. Die Proportionen werden durch den gewählten Ausschnitt der Realität enthoben. Die Landschaft wird in die zweidimensionale Ebene des Bildes gespannt.

Die visuell erfahrbare Gegebenheit ist das Ausgangsmaterial, um zu erfassen, was sie wirklich verbirgt. Die sichtbare Tatsache ist der Anlass und das Angebot für die Konstruktion einer neuen Bildwirklichkeit. Das Motiv wird nicht um seiner Selbstwillen aufgenommen, es wird zum Objekt der Gestaltungsabsicht. Nicht das Motiv macht die Bildwirkung aus, sondern das Gestaltungsvermögen des Fotografen, der das Thema zu seinem Bild formt. Was bleibt sind reduzierte Bilder, Prototypen einer Landschaft, die dennoch oder vielleicht gerade deswegen das Erhabene visualisieren. In der Abstraktion, der Vereinfachung erkennt man die Komplexität. Diese Bilder fordern zur Achtsamkeit auf, erschaffen den Augenblick der Bedeutsamkeit. Intuitiv erfasst der Betrachter, was rationell nicht erfassbar ist. Das stille Bild wird zur Erfahrung.

Stille Bilder sind tief, sie leben von der Sehnsucht nach Beobachtung und Ruhe. Die Detailschärfe der Grossformatkamera verwandelt die scheinbar planen Flächen in feingezeichnete Tiefen, im vorgeblich Unsichtbaren eröffnen sich Assoziationen und Einblicke. Die optische Wahrnehmung wird durch die emotionale ersetzt, wodurch die Vorstellung erweckt wird. Der geistige Prozess wird zum Schlüssel: Kunst auf der Suche nach dem Geistigen. Das Bild steht nicht mehr im Dienste der Wahrnehmung, sondern der Vorstellung, denn Unsichtbares ist nur verborgenes Sichtbares und es kann jederzeit hervortreten.

Das Erhabene steht über den Sinneswahrnehmungen, da es die Vorstellungskraft nutzt. Das Erhabene in der Kunst ist das nicht Fassbare und das Unkommunizierbare. Das stille Bild verspricht eine Vorstellung der Welt, die noch nicht von den Unterscheidungen der Kommunikation vorstrukturiert ist. Die kommunikationsfreie Vorstellung ist eine eigene Welterfahrung, nicht direkt artikulierbar und gebunden an den aktuellen Moment.

Die Erfahrung des Erhabenen ist ein Vorgang im Betrachter, nicht das Bild an sich und nicht das Dargestellte sind das Erhabene, sondern das, was sich an Bewusstwerdung beim Betrachter vollzieht. Das Erhabene findet im Augenblick des Betrachtens statt.


Die Bilder der Arbeit sind alle analog in der Großformatkameratechnik entstanden.

   


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