FOTOGRAFIE Carsten Klein | art


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Reise ins Ich Pressestimmen

Die Arbeit „eine Reise ins Ich“ wurde für den Preis der Darmstädter Tage der Fotografie" nominiert.

Begründung der Jury:

(...) Carsten Klein verknüpft den Betrachter wieder mit der Vorstellung einer fotografierbaren Innenwelt. Jenseits von Photoshop zeigt er einen lakonischen Surrealismus, in dem man sich sofort und ohne große Mühe wiederfindet. Und das Wunderbare ist, dass man spürt Zeuge eines Augenblicks in einer Geschichte zu sein, dessen Anfang und Ende in unserem Inneren liegt.
(...) Carsten Klein hinterfragt die Versprechungen der Eltern an ihre Kinder in symbolträchtigen Bildern. Gezeigt werden die innerlichen Befindlichkeiten des Heranwachsenden, inszeniert in realen Räumen und Landschaften, als überwiegend trostlose, unterkühlte Analogien.

 

Charakterköpfe hinter der Linse
(...) Carsten Klein, dessen symbolträchtige Bilder den Seelenzustand Heranwachsender widerspiegeln (...) “ /Frankfurter Allgemeine Zeitung, 16.04.2008/

Querdenker eröffnen neue Bildwelten
(...) Carsten Klein mit seiner Reise ins Ich: In symbolträchtigen Bildern hinterfragt er die Versprechungen der Eltern an ihre Kinder. So setzt der 42-jährige Essener Fotokünstler die Pubertierenden und Heranwachsenden in Szene, zeigt sie in realen, aber unterkühlten Räumen und Landschaften – ein guter Ausdruck für ihre inneren Befindlichkeiten und heftigen Stimmungsschwankungen. (...) “ /Rhein Main Presse, Allgemeine Zeitung 16.04.2008/

Preisverdächtige Bilder
Ein nackter Mann im Schnee. Ein Berg mit Handys, leeren Flaschen oder massenhaft Flugzeuge. Licht in leeren Räumen. Was haben diese Bilder gemein? Mit ihnen sind gestern die drei Fotokünstler Carsten Klein, Chris Jordan und Bernadette Wolbring für den Merck-Preis der Darmstädter Fotografie nominiert worden. Die von der Firma Merck gestiftete Auszeichnung im Wert von 5000 Euro wird in diesem Jahr erstmals anlässlich des Fotofestivals vom 18. bis 20. April vergeben.

Zum diesjährigen Thema Querdenker – vom Kopf an die Wand – wurden aus 280 internationalen Einsendungen 37 Künstler ausgewählt. Die drei besten wurden für den Preis nominiert: die Stuttgarterin Bernadette Wolbring (33) untersucht mit ihrer Arbeit Camera die Wirkung von Licht an Vorlagen großer Meister der Malerei. Chris Jordan (45) aus den USA setzt Statistiken über den amerikanischen Konsum in Massendarstellungen um. Und Carsten Klein (42) aus Essen hinterfragt die Versprechen von Eltern an ihre Kinder (...) “ /Frankfurter Rundschau 25.01.2008/

Tage der Fotografie: An 16 Orten spiegelt sich im April das Motto ›Querdenker‹
(...) Carsten Klein geht auf eine Reise ins Ich. Er versteckt das Stimmungstief der Pubertät in einem nackten Jüngling, der mit den eisigen Feindlichkeiten des finnischen Winters mehr schlecht als recht zurande kommt. (...) “ /Darmstädter Echo 25.01.2008/

„Inside / Outside Nature – Ausstellung über die Beziehung zwischen Menschen und ihrer natürlichen Umgebung, Berlin
(...) Carsten Klein (Wiesbaden, 1966) hat von 2000 bis 2007 an der fotografischen Serie Eine Reise ins Ich gearbeitet. Diese Fotografien dokumentieren eine persönliche Reise in seine Jugend und beschäftigen sich mit kindlichen und jugendlichen Erfahrungen. Die Natur gehört auf dieser Reise zum Ursprünglichen und Unantastbaren. Zugleich kann sie Gefühle von Unsicherheit und Ungeschützheit hervorrufen.
Die Bilder der Serie Eine Reise ins Ich versuchen innere Gefühle zu erklären, die äußerlich in der Atmosphäre unermesslicher, verschneiter Landschaften sichtbar werden. Die kalte Atmosphäre der Arbeiten lässt den Betrachter innere Gefühle der porträtierten Person erkennen, welcher die natürliche Umgebung als ungerecht und ohnmächtig erscheint. Die Jugend ist ein Lebensabschnitt indem man anfängt viele Dinge zu hinterfragen. Es ist ebenso eine Zeit in der man sich mit anderen identifiziert oder in der man gegen Dinge rebelliert an die man nicht glaubt. Es ist auch eine Zeit der Reflexion und Auflehnung gegen vorhandene gesellschaftliche Strukturen. Auf den Fotografien stellt der Schnee eine in sich geschlossene Umgebung dar, die kein Verständnis für die inneren Zweifel eines Jugendlichen auf dem Weg zum Erwachsenen hat. Klein hat mehrere Auszeichnungen für seine fotografische Arbeit bekommen, u.a. den Merck Preis (Honorable Mention) für Eine Reise ins Ich und den Kunstpreis bei der Grossen Kunstausstellung Halle/Saale, für Das Stille Bild. (...) “ /digitalkamera.de/


eine Reise ins Ich

Mit welchem ›Rüstzeug‹ werden junge Menschen von ihren Eltern in die Welt geschickt, die im Grunde auch keine Antwort mehr auf unser Leben haben? Mit was für Versprechungen werden Heranwachsende von den Erziehungsberechtigten abgespeist, die sich auch später für die Konsequenzen ihrer Aussagen nicht mehr verantwortlich fühlen?

Die Reise ins Ich ist eine Abhandlung einer Kindheit und Jugend in visueller Hinsicht. Die Fotoarbeit versucht innerliche Befindlichkeiten mit Hilfe von direkt gewählten Symbolen und ausgesuchten realen Räumlichkeiten darzustellen. Die Entschlüsselung der Aussage eines jeden Bildes befindet sich deshalb in der jeweiligen Bildsprache.

Die Themenwahl ist persönlich und eine Selbstreflexion, die dargestellten Motive aber sind symbolisch. Die Pubertät markiert den Zeitpunkt des ersten Hinterfragens. Die Positionierung des eigenen Ichs rückt neuerdings ins Zentrum der emotionalen Beschäftigung und lässt offenbar nur zwei Optionen zu: die der Nachahmung und der Identifizierung oder der vermeintlich rebellischen Abgrenzung, der Revolution.
Die kalte Atmosphäre in den Bildern ist Ausdruck des Gefühls allein zu sein und den empfundenen Ungerechtikeiten ohnmächtig gegenüber zu stehen. Sie symbolisiert die als bedrohlich verstandene Umwelt. Die Gefühle des Jugendlichen werden bildnerisch in Szene gesetzt. Es war mir dabei wichtig, die Aussagen stark pointiert umzusetzen, um die Dringlichkeit proportional der Empfindungen auszudrücken.

Die Großformatfotografie bietet eine tiefe Detailschärfe und fördert somit den objektiven Realismus in den Bildern, obwohl diese subjektive Aussagen beinhalten und surreal wirken. Dies dient dem höheren Wirklichkeitsanspruch bei der Visualisierung unsichtbarer, innerer Vorgänge und fördert dadurch die Aussage. Gleichzeitig irritiert sie den Betrachter und forciert ein genaueres Hinschauen. Für die Wahl der Großformatkamera bei diesem Vorhaben spielte zusätzlich noch ein weiterer Faktor eine Rolle. Ich wollte den langwierigen Prozess der Fachkamera-Aufnahmen als Parabel zum Dargestellten erleben und mich z.B. der Kälte aussetzen.

Im Zwischenraum von Wahrnehmung und Kommunikation angesiedelt, ermöglicht die Fotografie die Aussagen direkter und anschaulicher zu formulieren. Die Symbole in den Bildern führen zu einem vor der Kommunikation stehendem Verstehen. Man ahnt das Richtige schon bevor man es versteht.

   


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